Obwohl der Brite Evan Parker, 1944 geboren, und der US-amerikanische Trompeter Peter Evans, 1981 geboren, vom Alter her eine Generation auseinander sind, so sind sie sich in ihrer Haltung zur improvisierten Musik und ihrem Gebrauch von erweiterten Spieltechniken ähnlich. Der Saxofonist Parker war einer der ersten Improvisationskünstler:innen in Europa, der in sein Schaffen Solokonzerte integrierte, für das er ausschließlich Sopransaxofon spielte. Wie sein jüngerer Kollege Evans auf der Trompete setzt Parker auf auditives Streaming, bei dem eine Instrumentalstimme als zwei oder mehre Melodien wahrgenommen wird. Und auch wieder wie Evans erzeugt auch Parker dieses Phänomen durch die Verwendung vor allem von Multiphonics, Zirkularatmung und Spaltklängen. Und wer den Briten und den Amerikaner kennt, weiß, dass sie, wenn sie zur Duoperformance zusammenkommen, keineswegs ihre Improvisationsmusik zu technischen Kabinettstückchen degradieren. Vielmehr werden sie ihren gesamten Fundus spieltechnischer Errungenschaften dafür verwenden, um ihren ganz eigenen Melos dem Publikum offenzulegen.