Die in Berlin lebende, 1989 im russischen Taganrog am Asowschen Meer geborene Olga Reznichenko hat einen Lauf: Erst hat der Südwestrundfunk bekannt gegeben, dass die Pianistin 2026 mit dem SWR Jazzpreis ausgezeichnet wird, dann hat sie auch noch den Deutschen Jazzpreis in „Piano/Tasteninstrumente“ gewonnen und nun kommt sie als „Featured Artist“ zur Cologne Jazzweek. Als Jugendliche entdeckte Reznichenko mit dem Jazz ein einmaliges Spielfeld für sich, um darauf ihre Persönlichkeit ebenso zum Ausdruck zu bringen wie ihre widerstreitenden Emotionen. Jazzklavier studierte sie erst im russischen Rostow, bevor sie zu Richie Beirach an die Hochschule für Musik und Tanz „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig wechselte. 2018 gründete sie ihr Jazzklaviertrio, das mittlerweile nur ihre Initialen O.R.T. im Namen zeigt. Reznichenko fühlt am Flügel ebenso zu Hause wie an Keyboard und Synthesizer. Und gleichgültig, ob mit Band oder alleine am Klavier: Ihre Improvisationsmusik oszilliert gerne zwischen ungeraden Metren und der Ruppigkeit von Punk-Rock, und lotet oftmals die Extreme in Klang, Phrasierung und Tonbildung aus.