Sam Gendel, 1987 im kalifornischen Visalia geboren und in Los Angeles aufgewachsen, wurde mit dem Jazz der Altvorderen groß – Miles Davis, Duke Ellington und John Coltrane gehörten daszu, aber auch Wayne Shorter und Rahsaan Roland Kirk. Unter dem Eindruck dieser Musiker begann er, Saxofon zu lernen und seinen eigenen Weg in dieser ursprünglich afroamerikanische Musik abzustecken. In Los Angeles kam Gendel in Kontakt mit dem Produzenten Flyling Lotus, über diesen fand er Gleichgesinnte, die, wie er auch, Jazz nicht als ein historisch abgeschlossenes Genre betrachten, sondern als ästhetische Haltung, um gesellschaftliche und politische Fragestellungen mitzudenken. Gleichgültig, ob mit Band oder solo, Gendel lässt als Multiinstrumentalist (neben Saxofon auch Keyboards, Synthesizer und Gitarre plus einiges aus dem digitalen Baukasten) „seinen“ Jazz unüblich klingen: Mal transformiert er Jazzstandards wie „Satin Doll“ oder „In A Sentimental Mood“ in einen technoiden Kontext, mal überträgt er das digitale Setting von HipHop- und R&B- Tracks der Nuller-Jahre in wohlig-analoge Sounds.