In diesem Duosetting treffen zwei Einzelanfertigungen aufeinander. Da ist zum einen Sam Gendel, 1987 in Kalifornien geboren, der von der Plattensammlung seines Vaters als Kind mit dem Jazzvirus infiziert wurde, und das zum Anlass nahm, und nicht nur Altsaxofon zu lernen, sondern sich auch noch das Klavier- und Gitarrespielen selbst beizubringen. Gendel steht vor eine junge Generation von Musiker:innen, für die Jazz keineswegs ein apodiktisches Genre ist. Ganz im Gegenteil: Hört man seinen Jazz, fragt man sich vielleicht, ob das, was man da hört, überhaupt noch als Jazz zu identifizieren ist. Da ist zum anderen Sam Amidon, 1981 als Sohn von Folk-Eltern geboren, auch er ein Multiinstrumentalist, mit Gitarre, Banjo, Fiddle und Gesang. Er ist ästhetisch in der Roots Music weiß- und schwarzamerikanischer Provenienz verwurzelt. Doch auch für ihn ist das kein Diktum. Er öffnet sich gegenüber der Avantgarde einer improvisierten und komponierten Musik, er mag es, mit den Klangmöglichkeiten, die sich daraus ergeben, zu experimentieren. Die beiden kennen sich, Gendel war beispielsweise zu Gast auf Amidons Nonesuch-Album 2020.
Sam Amidon – gtr/banjo/fiddle/voc
Sam Gendel – sax/efx