Der Schlagzeuger John Hollenbeck gründete GEORGE noch in der Stille der Covid-Pandemie. Der Name nimmt Bezug auf den Afroamerikaner George Floyd, dessen Tod durch Polizeigewalt Ende Mai 2020 Auslöser war für Proteste der Black Lives Matter-Bewegung in den USA. Andererseits verweist er auf das griechische „Georgos“ für „Erdarbeiter“. War schon das erste Album „Letters to George“ mit seinem Mix aus futuristische rElectronica, Vintage-Funk, Synth-Pop und Jazz-Fusion ein Tribute an viele Georges – George Floyd, George Clinton, George Washington Carvers, George Sanders usw. usf. –, so setzt der Nachfolger „Looking for Consonance“ ästhetisch und musikalisch den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Vielleicht klingt die Musik von GEORGE heute sogar noch technoider und elektronischer als vor drei Jahren, vielleicht ist der Kontrast zwischen dem konzentrieren Ton von Anna Webbers Saxofon, dem Fiepen und Zirpen der verschiedenen Synthesizer von Sarah Rossy und Chiquita Magic und der groovebasierten Unmittelbarkeit von Hollenbecks Schlagzeug noch größer geworden. Jedenfalls zeigt sich Konsonanz außerhalb des musikalischen Kontextes vor allem in der Abgrenzung und im Gegensätzlichen.
Anna Webber – sax/fl
Sarah Rossy – voc/synth
Chiquita Magic – synth/voc
John Hollenbeck – dr/comp